Ihr Kind hat den Zweite Hilfe Koffer bekommen und Sie möchten sich dazu informieren?
Wenn ein Familienmitglied schwer erkrankt, betrifft das immer die ganze Familie. Auch Jugendliche spüren die Veränderungen deutlich – manchmal übernehmen sie mehr Verantwortung, manchmal machen sie sich vor allem viele Sorgen. Selbst wenn Ihr Kind es nicht offen zeigt, ist es meist innerlich mitbetroffen.
Unser Zweite-Hilfe-Koffer soll Jugendlichen in dieser Situation helfen. Er enthält Materialien, Tipps und Informationen, die entlasten, Orientierung geben und dabei unterstützen, mit Stress und Belastungen besser umzugehen.
Dadurch soll der Koffer für Sie und Ihr Kind eine Hilfe beim Umgang mit dieser neuen Familien-Herausforderung sein.
Informationen für Eltern

Der Zweite Hilfe - Koffer
Der Zweite-Hilfe-Koffer ist ein Informations- und Materialangebot für Jugendliche, deren Familienmitglied vor Kurzem eine Krankheit oder Beeinträchtigung bekommen hat.
Viele Jugendliche übernehmen in dieser Situation Verantwortung oder machen sich intensive Sorgen – auch dann, wenn sie es nicht offen zeigen.
Der Koffer enthält:
- Kleine "goodies", wie ein Malbuch oder Springseil, dass die mentale Gesundheit und Emotionsverarbeitung fördert
- Alltagshilfen wie Tipps zum Umgang mit Stress
- Sicherheitsnetze wie Notfallpläne und Hinweise, was in kritischen Momenten zu tun ist.
- Orientierung zu Themen wie Schule, Freizeitgestaltung und passenden Unterstützungsangeboten.
Ziel ist es, Jugendliche zu entlasten und zu stärken – und ihnen Wege zu zeigen, wie sie trotz der schwierigen Familiensituation ihre eigenen Bedürfnisse im Blick behalten können. Für Eltern bedeutet der Koffer auch eine Unterstützung: Er kann den Einstieg erleichtern, um mit Ihrem Kind ins Gespräch zu kommen.


Jede*r 5. Jugendliche lebt mit einem kranken Familienmitglied zusammen
Krankheiten und Behinderung gehören also eigentlich zum Familienleben in sehr vielen Familien dazu - nur spricht kaum jemand darüber. Sie sind also nicht allein - auch wenn sich solche Situationen gerade am Anfang sehr überfordernd und isolierend anfühlen.
Was Kinder brauchen, wenn ein Familienmitglied krank wird
Mit diesem Video wollen wir Ihnen hilfreiches Wissen darüber
geben, was Sie als gesunder oder erkrankter Elternteil tun können, um ihre Kinder in diesen Zeiten zu begleiten und zu unterstützen.
Tipps für Eltern im Krankenhaus
Vielleicht sind Sie oder ein Familienmitglied auch gerade akut in der Klinik. Mit diesem Video wollen wir Ihnen helfen zu verstehen, wie es Ihrem Kind jetzt wahrscheinlich gerade geht und wie Sie es unterstützen können.
Wie Sie Ihr Kind jetzt unterstützen können
Vielleicht fragen Sie sich, ob Ihr Kind durch die Erkrankung in der Familie besonders belastet ist. Es gibt einiges, was Sie tun können, um Ihr Kind zu stärken und Überlastungen zu vermeiden:
- Offene Krankheitskommunikation: Sprechen Sie altersgerecht und entsprechend dem Informationsbedürfnis Ihres Kindes über die Krankheit. Allein das Gesprächsangebot signalisiert Offenheit und kann entlastend wirken – auch wenn Jugendliche nicht immer sofort darauf eingehen.
- Offenheit im Umfeld: Überlegen Sie, in welchem Maß Sie Ihr soziales Umfeld oder die Schule informieren möchten. Transparenz kann Missverständnisse verhindern und Unterstützung erleichtern.
- Sicherheit für Ihr Kind: In aufwühlenden Zeiten brauchen Kinder Sicherheit. Am besten von Ihnen oder einer anderen Vertrauensperson. Halten Sie, wenn möglich, Hobbies und Verabredungen mit Freunden für Ihr Kind aufrecht.
- Entlastung ermöglichen: Nutzen Sie, soweit möglich, Hilfsangebote im sozialen oder institutionellen Umfeld. Auch wenn diese nicht immer leicht zugänglich sind und nicht immer die Hilfe so ausgestaltet ist, wie es für Sie ideal wäre: es ist ein wichtiger Schritt!. Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.

Sie sind nicht alleine - Beratung und Hilfe finden
Manchmal wird eine neue Krankheit oder Diagnose und alles was damit zusammen hängt so überfordernd, dass Familien in eine Krise rutschen. Man ist im Funktionsmodus. Auf Dauer ist das aber für niemanden gesund. Gerade Kinder und Jugendliche brauchen Routine, Alltag und ihre Eltern als verlässliche Vertrauenspersonen.
Deswegen ist es ratsam, sich Hilfe, Beratung oder Unterstützung zu suchen, wenn alles zu viel wird. Zum Glück gibt es dafür verschiedene Stellen.
Das Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Windschatten ist nur für von Krankheit und Behinderung betroffenen Familien da.
Es bietet Eltern kostenlos Beratung zu allen Themen rund um Familie, Krankheit und Kinder an. Daneben gibt es auch kostenlose Freizeitgruppen für Kinder und finanzielle Unterstützung, wie ein Taschengeld-Stipendium oder die Finanzierung von Hobbies.
Manchmal sind die Einschränkungen nach einer Krankheit so stark, dass sie den gesamten Familienalltag durcheinander wirbeln und neue Konflikte entstehen.
Familienberatungsstellen sind kostenlose Angebote in den meisten Landkreisen, die Familien dafür nutzen können. Auch die Moderation von Familiengesprächen werden oft angeboten.
Überblick von Hilfsangeboten
Die Auswahl an Hilfen und Beratungsstellen kann manchmal schwer zu überschauen sein.
Im Ratgeber Krankheit und Familie der Ernst Freiberger Stiftung finden Sie daher eine Auflistung von Hilfen in Berlin und bundesweit. Nicht nur Hilfen für die erkrankte Person sind dort gelistet - auch Hilfen für Kinder und für Familien.
