
Schule – reden hilft
Wenn ein Familienmitglied plötzlich schwer krank wird, verändert sich dein Alltag komplett.
Auch in der Schule fällt es dir vielleicht schwer, dich so zu konzentrieren wie vorher. Es kann helfen, wenn deine Schule weiß, was bei dir los ist.
Wie kann ich die Schule informieren und welche Hilfe bekomme ich?
Du musst nicht alle Details erzählen, aber die Schule sollte wissen, dass sich bei dir zu Hause etwas Wichtiges verändert hat. Dann können Lehrkräfte, Sozialarbeiter*innen oder andere Fachkräfte besser auf dich eingehen.

Welche Unterstützung Schule leisten kann
Das Personal in der Schule kann dir zum Beispiel:
- Nachteilsausgleich geben, wenn du wegen deiner Situation nicht die gleichen Voraussetzungen hast wie andere.
- Verständnis zeigen, wenn du dich schwer konzentrieren kannst, zu spät kommst oder öfter fehlst.
- Lösungen finden, falls dein erkranktes Elternteil nicht mehr an Elternabenden oder Gesprächen teilnehmen kann.
- Flexibler mit Abgaben und Prüfungen umgehen, wenn es bei dir gerade besonders stressig ist.
Welche Vorteile hat es, wenn die Schule Bescheid weiß?
Wenn deine Lehrer*innen und die Schulsozialarbeit wissen, was bei dir los ist, musst du nicht ständig Ausreden finden. Es gibt dir Sicherheit zu wissen, dass sie deine Lage verstehen. Außerdem können sie dir Unterstützung anbieten, die dir den Schulalltag erleichtert.
Wem und wie erzähle ich es am besten?
- Vielleicht übernehmen deine Eltern das Gespräch, wenn sie das können.
- Oder du sprichst selbst mit jemandem, dem du vertraust – z. B. deiner Klassenleitung, Schulsozialarbeit oder einer Vertrauenslehrkraft.
- Erzähle so viel, wie für dich passt: Was passiert ist, wie es dir gerade geht, was du von der Schule brauchst und ob geplante Fehlzeiten anstehen.
- Überlege auch, ob deine Klasse Bescheid wissen soll. Manchmal hilft es, wenn alle verstehen, warum du vielleicht stiller bist oder nicht so gut drauf. Manchmal willst du aber lieber, dass in der Schule alles normal bleibt – beides ist okay.
Was, wenn das Gespräch nicht klappt?
Manchmal bringt das erste Gespräch nicht das gewünschte Ergebnis. Dann gilt:
Hol dir Unterstützung von deinen Eltern oder einer erwachsenen Vertrauensperson. Sie können die Dringlichkeit noch einmal deutlich machen.
Rede mit der Schulsozialarbeit oder – wenn es sie gibt – mit der/dem Schulpsycholog*in oder im SIBUZ (Schulpsychologisches und Inklusionspädagogisches Beratungs- und Unterstützungszentrum).
