Die "Zweite Hilfe" - ein Koffer für Schüler*innen mit schwer krankem Familienmitglied

Die Idee hinter dem Zweite Hilfe Koffer

Zweite Hilfe, wenn ein Familienmitglied krank wird

Jede*r 5. Jugendliche lebt mit einem chronisch kranken oder behinderten Familienmitglied zusammen. Für viele Familien gehört Krankheit also zum Alltag. Nichtsdestotrotz ist gerade die erste Zeit nach der Diagnose oder / und dem ersten Krankenhausaufenthalt oft eine Krise. Auch Kinder und Jugendliche erleben diese Zeit als schwierig und belastend - manchmal als Überforderung.

Für viele Eltern selbst ist diese Zeit überfordernd und sie berichten davon "einfach nur zu funktionieren". Manchmal fällt dann der Blick für das Kind etwas hinten runter - oder Kinder und Jugendliche stecken ihre Bedürfnisse zurück, um nicht noch mehr Unruhe und Stress in der Familie zu verursachen.

Unterstützung, Hilfe und Beratung kann also für Familien in der Situation sehr wichtig sein. Der Zweite Hilfe - Koffer ist ein Baustein, der vor allem Jugendlichen helfen kann. Er ist ein kleiner Resourcen-Koffer, der tröstet, aber auch Strategien an die Hand gibt, um diese Zeit gut zu überstehen. 

Für wen der Koffer gedacht ist

Am hilfreichsten ist der Koffer für Jugendliche ab der 6. Klasse bis ca. 16 Jahren. Er hilft vor allem zum Zeitpunkt, wenn Jugendliche neu damit konfrontiert sind, dass ein Familienmitglied nun durch eine Krankheit, Behinderung oder Unfall viel Hilfe benötigen wird und sich der Familienalltag stark verändern wird. Er soll ihnen helfen, sich möglichst gut an diese neue Situation anpassen zu können. 

Wie der Koffer wirkt

Informationen und Wissen geben Sicherheit! Gerade in Situationen, die für Jugendliche unbeeinflussbar scheinen, kann mehr Wissen mehr Sicherheit bedeuten. Im Koffer finden Jugendliche daher eine vielzahl an altersgerechten Informationsmaterielien. Sie befähigen Jugendliche, sich über die Krankheit des Familienmitglieds zu informieren, einen guten Umgang mit Stress zu finden, Routine in den Alltag zu bringen und sich Zeit für Hobbies und Freunde zu nehmen. Auch über das Mithelfen zu Hause wird reflektiert, genau so wie das Beachten eigener Grenzen.

Kleine "Goodies" sollen ganz praktisch dazu anregen, sich sportlich zu betätigen (Springseil), kreativ Geühle zu verarbeiten (Malset) und zu trösten (Sorgenfresser Kuscheltier).

Begleitende Informationen für Eltern stellen sicher, dass Eltern informiert sind und selbst wissen, wie sie ihre Kinder nun gut unterstützen können und wo Hilfe gefunden werden kann.

Wie der Koffer entwickelt wurde

Der Koffer ist ein Projekt von Windschatten Berlin; einer sozialen Einrichtung der Ernst Freiberger - Stiftung. Er ist das Ergebniss jahrelanger Arbeit mit von Krankheit betroffenen Familien und Young Carern und der Fragen, wie diese möglichst flächendeckend und früh über Hilfen infomiert werden können. 

Feedback und Wünsche von Jugendlichen und Eltern flossen in die Entstehung genau so ein wie Feedback von Fachkräften in der Arbeit mit Familien. 

Wie der Koffer verbreitet wird

Der Koffer wurde erstellt und wird verbreitet durch das Projekt Windschatten der Ernst Freiberger Stiftung. Das Projekt kooperiert mit Schulen, Kliniken und Beratungsstellen v.a. in Berlin, die den Koffer kostenlos an Jugendliche und Familien überreichen. Der Koffer kann aber auch direkt bei Windschatten Berlin kostenfrei bestellt werden.

Inhalt des Koffers

Goodies mit Sinn: Ein Malset zum Ausdruck von Gefühlen, ein Springseil zum Abbau von Stress und Spiel mit Freunden, ein Stressball zum Abbau von akutem Stress u.v.m.

 

Infos, die helfen: Ein Anti-Stress - Guide zum Umgang mit Stress, 7 Karten mit hilfreichen Antworten auf die häufigsten Fragen von Jugendlichen mit kranken Angehörigen

 

Praktisches: Eine Vorlage für einen Notfallplan um mehr Sicherheit zu gewinnen, ein Sorgenfresser-Kuscheltier um Gedanken auch mal loswerden zu können

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