Tipps, wie du über Konflikte in der Familie reden kannst

In jeder Familie gibt es auch mal Streit, Stress und Probleme. Doch wenn (plötzlich) ein Familienmitglied schwer krank wird, ist der Umgang damit manchmal anders. 

Gerade in der ersten Zeit steht das Wohl der erkrankten Person häufig im Vordergrund und alle anderen Familienmitglieder halten sich mit ihren Bedürfnissen manchmal zurück. Das kann wichtig sein, damit ihr als Familie erst Mal funktioniert.

Deine Gefühle sind 
immer wichtig

Aber irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wo auch die Bedürfnisse und Wünsche aller Familienmitglieder wieder gehört werden müssen. Gerade die Sorgen und Wünsche von Kindern und Jugendlichen sollten aber immer einen Platz haben. Sonst geht es euch nicht gut und auch ihr als Familie lauft in eine Überforderung.

Wir haben hier ein paar Tipps zusammengestellt, die es leichter machen können, über schwierige Themen und Probleme mit deiner Familie zu sprechen. Das kann besonders dann hilfreich sein, wenn es dir schwerfällt, etwas anzusprechen. Oder wenn du nicht zufrieden damit warst, wie über ein Thema gesprochen wurde, dass dir wichtig war. 

Wie du Probleme ansprechen kannst

Lage analysieren & Konflikte ansprechen 

Wie ist es gerade?

  • Wie geht es euch als Familie, wie geht es deinen Eltern, der erkrankten Person, ggf. deinen Geschwistern?
  • Hat sich euer Umgang mit Problemen, Stress und Streit verändert?
  • Können deine Bedürfnisse, Themen oder Probleme wie gewohnt angesprochen werden oder hast du vielleicht das Gefühl, dass dafür gerade kein Platz zu sein scheint?

Wie sprichst du bisher über Probleme mit deiner Familie?

  • Wie hast du es in der Vergangenheit gemacht? Hat das für dich geklappt? Für die anderen auch?
  • Kannst du es genau so nun tun oder solltest du andere Wege gehen?

Deine Antworten auf diese Fragen können dir helfen, dich auf ein Gespräch vorzubereiten und dich auch in die anderen hineinzuversetzen. Es hilft dir auch für deine Argumente, wenn sich die anderen Menschen von dir verstanden fühlen.

Ein gutes Gespräch führen

  1. Suche das direkte Gespräch. Es braucht etwas Mut, aber es lohnt sich. Am Telefon und schriftlich entstehen leicht Missverständnisse.
  2. Vermittle deine Sicht der Dinge. Sage, was dich stört, was dir wichtig ist, wie es dir mit der Situation geht und was du dir stattdessen wünschst. Das ist besser, als dem andern vorzuwerfen, was er/sie falsch macht. Wichtig: Du musst klar sagen, was dein Anliegen ist. Auch wenn du meinst, dass die andere Person dich gut kennt, kannst du nicht davon ausgehen, dass sie weiß, was in dir vorgeht.
  3. Sei offen für die Ansichten der anderen Person: Höre gut zu, was die andere Person dir sagen möchte. Das führt zu einem gegenseitigen Verständnis. Aus unterschiedlichen Ansichten kann Neues entstehen. Wichtig: In einem Streit hat jede Person ihre eigene Ansicht. Du musst nicht der gleichen Meinung sein, um die andere Person zu verstehen.
  4. Seid beide bereit, Kompromisse einzugehen. So findet ihr eine Lösung, die für euch beide in Ordnung ist.

Was wenn ihr alleine nicht weiter kommt?

  • Vielleicht versucht ihr es später noch mal? Ggf. war der Zeitpunkt nicht gut
  • Holt euch Hilfe von z.B. Familienberatungsstellen. Dort gibt es auch moderierte Familiengespräche. 

Auch in schwierigen Situation lohnt es sich, für deine Bedürfnisse zu kämpfen! Du hast ein Recht darauf, dass deine Meinung und Wünsche von deinen Eltern gehört werden. Oft findet sich auch eine Lösung - vielleicht nicht sofort, aber mit Zeit und manchmal auch der Hilfe anderer geht es voran.

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